2011 Großbrand Strohlager
Großbrand im Strohlager eines Aussiedlerhofes
Am herrlichen Sonntagnachmittag des 27.Nov.2011 heulten kurz nach der Kaffeezeit um 16.19 Uhr Sirene und die Funkmelder zum Feueralarm wegen eines Großbrands im Strohlager eines Aussiedlerhofes. Gerade mal 3 Minuten nach der Alarmierung rückte das erste Fahrzeug aus, die anderen folgten umgehend. Der verheerende Brand erforderte eine umfangreiche Nachalarmierung zahlreicher Wehren. Neben Löschunterstützung mußte vor allem die Wasserversorgung zum Aussiedlerhof mit vier Zuleitungen über mehrere Kilometer Wegstrecke aufgebaut werden. Der Einsatz dauerte bis tief in die Nacht und wurde mit einer Nachtwache bis ins Morgengrauen begleitet. Der ausführliche Einsatzbericht ist unten zu lesen.
Im Einsatz: eigene: LF 8/6, TLF 8/18, MTW, bis zu 6 Nachbarwehren mit insgesamt 20 Fahrzeuge und knapp 100 Einsatzkräften. DRK mit 10 Fahrzeugen (2 Zelten, Verpflegungsstationen, Einsatzfahrzeuge usw.) und über 30 Kräften.

Einsatzbericht siehe unten
Bei einem Großbrand am Sonntag, 27.November 2011 wurde das komplette Strohlager eines Aussiedlerhofes vernichtet.
Um 16.19 Uhr wurde die Feuerwehr Erkenbrechtsweiler mit "Brand 4", dem höchsten Grad, über Funkmelder und Sirene alarmiert. Bereits 3 Minuten später rückte das erste Fahrzeug aus, die anderen folgten umgehend. Schon bei der Anfahrt zum Aussiedlerhof war klar, dass dies eine größere Sache wird. Deshalb wurde nach Alarmplan die Lenninger Feuerwehr nachalarmiert, welche eine viertel Stunde später eintraf und als erstes die Wasserversorgung vom Wasserturm Hochwang herstellte - gut 1,5 km Schlauch waren in diesem Abschnitt zu verlegen, Straßenüberquerungen abzusichern.

Derweil war die Feuerwehr Nürtingen schon auf dem Weg, die Weiler Feuerwehr-Kameraden und Kameradinnen mit weiteren Kräften, der Drehleiter, einem weiteren Schlauchwagen für die Wasserversorgung uvm. zu unterstützen. Von der westlichen Seite wurden mit rund 2 km zwei weitere Wasserzuleitungen quer Feld ein installiert und eine von der Rotenbergstraße durch angrenzende Grundstücke ergänzte den zu erwartenden Löschwasserbedarf. Denn es war klar, dass das Strohlager ausgeräumt werden musste und dabei ein Durchzünden der Flammen zu befüchten war.

Die Weiler Feuerwehr hatte indes eine erfolgreiche Riegelstellung zum Stall eingerichtet und so waren die Tiere von Anfang an geschützt - weit über 100 Kühe und Kälber. Der Fuhrpark des Hofes war angrenzend zum Strohlager untergebracht und konnte weitestgehend ausgeräumt werden, bevor die Flammen auch dort Unheil anrichteten. Inzwischen waren schon die Einsatzkräfte der umliegenden Wehren an den anderen Seiten des Brandherdes tätig.

Ein Gerätewagen "Atemschutz" versorgte die hart arbeitenden Feuerwehrmänner und -frauen mit Nachschub - nämlich sauberer Atemluft, da die Löschangriffe wegen starker Rauchentwicklung nur mit unabhängigem, schwerem Atemschutz erfolgen konnten. Eine Drehleiter unterstützte von oben die Löscharbeiten während Radlader, Bagger und weitere eilends herbei geschafften Maschinen das Strohlager kontrolliert ausräumten. Immer wieder kam es dabei zum Durchbrennen, wenn Luft an die dicht gepressten Strohballen kam - aber alles musste raus! Die Riegelstellung erstickte dabei immer wieder die Flammen im Keim. Dichter Rauch erschwerte die Löscharbeiten.

Bereits eine gute Stunde nach Ausbruch des Brandes rüstete sich das DRK für die zu erwartenden Nachtstunden und organisierte professionelle Verpflegung und baute zwei beheizte Zelte in der Nähe der Einsatzstelle auf, damit sich die Einsatzkräfte immer wieder erholen konnten. Auch die "Außenstellen", sprich die Kameraden an den vier Wasserentnahmestellen in Hochwang und Erkenbrechtsweiler wurden bedacht mit Tee und warmem Essen. Eine reibungslose Logistik stellte hier den Nachschub bis tief in die Nacht sicher. Bürgermeister Roman Weiß, als Oberhaupt von Gemeinde und Feuerwehr, half auch als DRK-Einsatzkraft viele Stunden vor Ort mit. Weitere nachrückende Feuerwehren aus der Umgebung lösten etwa 6 Stunden nach Brandausbruch die ersten Einsatzkräfte ab.

Als nach Mitternacht die Hauptgefahr gebannt war, bauten die nachgerückten Feuerwehren allmählich ihre Gerätschaften und Schlauchleitungen ab und kehrten in ihre Stützpunkte zurück. Derweil rüstete sich die Feuerwehr Erkenbrechtsweiler zur Nachtwache und löschte bis zum Morgengrauen mit zwei Löschfahrzeugen und 10 Mann/Frau mehrere Glutnester auf dem inzwischen weit verstreuten und übersichtlichen Strohvorrat. Taghell war das gesamte Areal ausgeleuchtet. Bereit gestellte Verpflegung und Tee sicherten die Einsatzbereitschaft der Wehr.
Als dann die Sonne aufging, war der Spuk der Brandbekämpfung Gott sei Dank vorbei. Die Aufräumarbeiten und viele begleitende Massnahmen werden die Besitzer sicher noch Tage und Wochen in Anspruch nehmen. Die Brandursache war am Sonntag noch nicht abschließend geklärt, die Kriminalpolizei ermittelt.

Das Fazit der Löschaktion:
ca. 100 Feuerwehrkräfte, 20 Feuerwehrfahrzeuge, zahlreiche private Helfer, die zur Amtshilfe mit ihren Baggern und Greiffahrzeugen angefordert wurden, über 30 HelferInnen und 10 Fahrzeuge des DRK, Einsatzleitung und Stab des Kreisbrandmeisters mit ELW3, hunderte von Einsatzstunden, über 4000 Meter Schlauchzuleitung für die entfernte Wasserversorgung aus 4 Entnahmestellen. In der Spitze waren 9 Strahlrohre und eine Drehleiter mit den Löschmaßnahmen beschäftigt. Dutzende von Feuerwehrkameraden arbeiteten unter schwerem Atemschutz.
Das Feuer konnte auf das Stroh- und Gerätelager begrenzt bleiben und gelöscht werden. Durch das schnelle und umsichtige Eingreifen der Feuerwehren kamen glücklicherweise keine Menschen und Tiere zu Schaden.
Vernichtet wurde der Einstreu-Strohvorrat der Rinderhaltung für rund 1 Jahr, Futtervorrat für die Wintermonate und Gerätschaften wurden zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen. Das betroffene Gebäude ist schwer beschädigt.
Die Feuerwehr Erkenbrechtsweiler bedankt sich bei allen Feuerwehrkräften, den nachgerückten Feuerwehren und Einsatzkräften, den Gerätewagen "Schlauch" und "Atemschutz" aus Lenningen, Nürtingen, Esslingen, Kirchheim, Reudern, Gutenberg, der Einsatzleitung des Kreisbrandmeisterstabes Leinfelden-Echterdingen, sowie den privaten Maschinenhelfern. Besonderer Dank gilt der DRK-Truppe, welche perfekt im Hintergrund für Verpflegung und eine "Erholungsinsel" gesorgt hat - denn ohne den Menschen kann auch noch so perfekte Technik nicht perfekt genug eingesetzt werden.
(c) weitere Fotos: Albmagazin